Historische Gebäude - Schleswiger Stadtgeschichte

Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte e. V.
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Historische Gebäude


Der Plessenhof



Man könnte meinen, der Plessenhof sei einer der stattlichen Adelshöfe, die Schleswig in seinen Mauern besitzt. Aber das prächtige Gebäude wurde von einem Bürgerlichen errichtet, von dem Amtsarzt Dr. Johann Friedrich Licht. Auf einem erworbenen Grundstück hat er dieses Haus bauen lassen, das 1798 fertig gestellt wurde. In der Sandsteintafel im Giebel des Hauses kann man mit einiger Mühe lesen:

„J. F. Licht – A. C. Licht 1798 Bellevue“.

Licht starb bereits 1801. Der Hof blieb zunächst im Familienbesitz, aber schon die Enkel hatten kein Interesse mehr daran. Es folgten viele Eigentümer. Benannt ist der Plessenhof, wie auch die Plessenstraße, nach dem ersten Landrat des Landkreises Schleswig, der 1867 gegründet wurde: Baron Hugo von Plessen. Plessen hat viel Gutes getan, er hat aus seinem beträchtlichen Privatvermögen mehrere Stiftungen aufgelegt und bedürftige Bürger direkt unterstützt.


Der Bischofshof



Der Bischofspalast, das Königsteinsche Palais, der Rumohrenhof – unterschiedliche Namen trägt das Gebäude nach den wechselnden Eigentümern. Solange das katholische Bistum Schleswig bestand, bildete der Hof den Mittelpunkt der bischöflichen Güterverwaltung.

Die Ursprünge des Baus gehen auf die Mitte des 15. Jhs. zurück. Der Erbauer soll Bischof Nicolaus Wulf (1429 - 1474) gewesen sein. Nach dem Tode des letzten katholischen Bischofs Gottschalk von Ahlefeldt 1541 hatte das Gebäude unterschiedliche Besitzer. Nach Auflösung des Domkapitels 1773 wurde der Hof an Baron Johann Ludwig von Königstein verkauft, der die alten Gebäude umbauen und ihnen die jetzige Gestalt geben ließ. In den Kriegsjahren 1848 - 50, 1864 und 1944 war hier ein Lazarett eingerichtet. Von 1828 bis 1938 war hier die „Altstädter Knabenschule“ untergebracht. Seit Januar 2006 ist das Haus wieder in kirchlichem Besitz, das Kirchenkreisamt Schleswig ist jetzt dort zu Hause.


Der St. Petri-Dom




Der evangelische St.-Petri-Dom wurde erstmals im Jahre 1134 urkundlich erwähnt; der Baubeginn könnte um 1105 stattgefunden haben, vielleicht auf den Resten eines Vorgängerbaus. Im 14. Jh. wurde die ursprüngliche dreischiffige romanische Basilika zur fünfschiffigen gotischen Hallenkirche erweitert; der Hohe Chor mit seinen wertvollen Wandmalereien wurde angefügt. Die Reformation in den Jahren 1526 bis 1541 verlief ausgesprochen friedlich. Besonders sehenswert sind der Schnitzaltar des Meisters Hans Brüggemann, der Schwahl (Kreuzgang), die zahlreichen Epitaphe sowie das Grabmal des dänischen Königs Friedrich I. Der 112 m hohe Westturm (1888 - 1894) ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Er wird demnächst einer ausführlichen Instandsetzung unterzogen.

Jeden Sonntag findet um 10 Uhr ein Gottesdienst statt.


Der Hattensche Hof



Landesbauamt – so wird es immer noch genannt, obwohl es jetzt die Bezeichnung „Gebäude-Management des Landes Schleswig-Holstein“ trägt.

Das Haus, aus dem 16. und 17. Jh. stammend, ist in der Stadtgeschichte als „Hattenscher Hof“ bekannt. Das reiche Geschlecht der von Hatten kam mit einem Zweig nach Schleswig, als Kanzler Johann Adolph Kielman von Kielmansegg die Tochter Margarete von Hatten heiratete.

Um 1560 wurde das hier gelegene Dominikaner–Kloster geschleift, und bald darauf begann der Bau dieses Hauses. Der zweite Eigentümer war der fürstliche Hofrat Johann von Hatten. Über 100 Jahre blieb der Bau im Familienbesitz; erst 1720 kaufte Dompastor Paul Mercator den Hof, um darin ein Waisenheim einzurichten. 1808 zog die Domschule ein, die bis 1868 hier untergebracht war. Anschließend bezog das preußische Staatsarchiv den Bau, und seit etwa 80 Jahren residierte hier zunächst das preußische Hochbauamt, jetzt das Landesbauamt.


Das Propstenhaus



Das Propstenhaus – so wird es immer noch genannt, obwohl der Schleswiger Propstensitz vor einigen Jahren in den Friedrichsberg verlegt worden ist.

1952 war die Propstenstelle vom Friedrichsberg an den Dom verlegt worden, also hat das Haus rund 50 Jahre lang den Namen „Propstenhaus“ zu Recht getragen.

Nach der Reformation gehörte die Hausstelle zunächst dem Domherrn Amtmann Kai von Ahlefeld, ging dann auf den Dominspektor Cay Wildhagen über, und seitdem hieß sie „Wildhagens Hof“. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts kaufte die Stadt Schleswig das Haus als Dompastorat; bis zum Jahre 1848 diente es diesem Zweck. Das Wohnhaus war aber mit der Zeit so baufällig geworden, dass es abgebrochen werden musste. Über 20 Jahre war das Grundstück unbebaut; erst 1874 wurde das jetzige stattliche Gebäude errichtet, das zunächst weiterhin Dompastorat war und dann, wie erwähnt, dem Propsten als Dienstsitz zur Verfügung stand.


Ehemaliger Ebershof




Ehemaliger Ebershof, erbaut zu Beginn des 17. Jhs. Benannt ist der Hof nach dem Dominspektor Johann Daniel Ebers, der das Gewese 1689 übernommen und hergerichtet hat. Sein Sohn Christian Ebers war anschließend der Hauseigentümer.
Über der Haustür findet sich eine Tafel mit dem Text „Jesus Christus est auxilium meum – Jesus Christus ist meine Hilfe“. Dabei die Buchstaben G D F K, die Initialen des Finanzrates Georg Detlef Friedrich Koes. In diesem Haue hat im Februar 1713 Zar Peter der Große mehrfach übernachtet.
Als Dank für die Gastfreundschaft schenkte der Zar dem Eigentümer Friedrich Koes sein Konterfei. Das Bild hat lange Zeit im Flur des Hauses gehangen, ist aber seit einigen Jahren verschwunden.


Das Kompastorat



Die Pastorenstraße, direkt neben dem Dom gelegen, war tatsächlich die „Straße der Pastoren“. Das Haus Nr. 4, das „Kompastorat“, ist eines der ältesten Gebäude der Altstadt; es wurde um 1600 errichtet. Ab 1696 war es im Eigentum des Domkapitels und wurde dem „Nachmittagsprediger“ als Wohnsitz zugewiesen. Dieser trugt zunächst den Titel „Capellan“, später „Archidiakonos“ und schließlich „Kompastor“.

Im Jahre 1843 gab es eine grundlegende Renovierung; trotzdem wurde das Haus 1901 verkauft, weil es dem Kompastor, wie er sich beklagte, „zu kalt, zu zugig und zu feucht“ war. Ab 1905 erfolgte eine Aufstockung durch den neuen Eigentümer Emil Laaser – er soll der letzte Bauer in Schleswigs Altstadt gewesen sein.


Hafenstraße 7



Dr. Peter Jügert geb. 1568, gest. 1639, war der Begründer eines altschleswigschen Patriziergeschlechtes, aus dem viele Hofbeamte hervorgegangen sind.

Ein alter Patriziersitz geht auf ihn zurück, nämlich das Haus Hafenstraße 7, das höchstwahrscheinlich von Dr. Peter Jügert erbaut und bewohnt wurde. Peter Jügert muss sehr reich gewesen sein. In den Steuerlisten der Stadt erscheint er an hoher Stelle, und mehrfach hat er der verarmten Stadt Schleswig ein Darlehen gewährt, z. T. in Naturalien.

Auffallend sind am Hause Hafenstraße 7 die kunstvoll geschmiedeten Maueranker, die die Verbindung zwischen der senkrechten Hauswand und der waagerechten Decke bzw. dem Fußboden herstellen.


Die Domhalle



Das stattliche Gebäude wurde lange Zeit das „Lundtenhaus” genannt, nach der angesehenen Familie Lundt, in deren Eigentum sich das Haus bis 1571 befand.

Es hat Kellergewölbe aus den 1470er Jahren. Von 1479 bis 1528 war das Gebäude Kalandhaus der Rosenkranz-Marien-Bruderschaft. Später wechselten die Besitzer häufig. Zu Beginn des 20. Jhs. soll sich dort eine übel beleumdete Spelunke befunden haben. Im Jahre 1928 kaufte Hauptpastor Wilhelm Waldemar Meyer, Dompastor von 1911 bis 1955, das Gebäude als Gemeindehaus der Domgemeinde – diesem Zweck dient es noch heute.

Der gotisch wirkende Treppengiebel stammt aus dem Jahre 1929.


Das Marienhospital




Das Marienhospital, das heute zum Städtischen Altersheim gehört, war eines der sieben Hospitäler, die es in der Stadt gab. Die Jahreszahl sagt aus: Baubeginn 1790. Es wurde auf zwei „wüsten Hausplätzen“ erbaut, die der Stadt 1782 zugefallen waren.
Das Haus hatte als Hospital in seinen zwei Stockwerken 26 Räume, war also für die Beherbergung von 36 - 40 unbemittelten Personen bestimmt. Sie bekamen außer freier Wohnung und Feuerung eine Geldunterstützung und konnten einen Teil des Gartens mitbenutzen. Hier wurde hauptsächlich Gemüse zum Eigenbedarf angebaut.

Das Hospital trägt den Namen der dänischen Königin Marie, Gemahlin Friedrichs VI. Sie war eine Tochter des hiesigen Statthalters Landgraf Carl von Hessen und war erst kurz zuvor mit Friedrich vermählt worden, als sie am 8. Sept. 1790 den Grundstein legte.


Die Altstadt-Apotheke



Man steht hier vor einem der ältesten Gebäude der Stadt Schleswig, der Altstadt-Apotheke. Sie wurde 1517 erbaut, und zwar auf den Fundamenten des Hauses der Altstädter St.-Knuds-Gilde von 1449, die schon früh in der Geschichte der Stadt eine besondere Rolle spielte und der Sammelplatz bürgerlicher Gemeinbestrebungen war. Deshalb ziert noch immer ein Schild mit dem Wappen der Gilde das Gebäude.

Die Apotheke hieß die „Alte Hof-Apotheke“ oder auch „Große Apotheke“. Sie war früher mit besonderen Vorrechten ausgestattet, und jeder Besitzer führte den Titel eines Fürstlichen Hofapothekers.

Die Apotheke selbst ist schon 1952 in den Stadtweg umgezogen, in diesem Hause befinden sich jetzt Wohnungen, ein Café und eine Keramikstube – beide finden besonders bei den Touristen und Gästen unserer Stadt großen Anklang.


Rathausmarkt 12



Das stattliche Bürgerhaus Rathausmarkt 12 wurde um 1825 als Nachfolgebau eines älteren Gebäudes errichtet. Im Vorgängerbau wohnte lange Zeit der Hofmedicus Dr. Matthias Carnarius; Herzog Johann Adolph hatte ihm 1602 Haus und Hof abgabenfrei geschenkt.
Dr. Carnarius wurde dadurch bekannt, dass er im Dom ein großes, prächtiges Epitaph seiner Ehefrau Dorothea Carnarius anbringen ließ – und zwar gegen ihren erklärten Willen. Später hatten die Eigentümer bekannte Namen: Hofrat Held, Kammerherr v. Bülow, Obergerichtsrat Nissen.

Fast 50 Jahre lang war Frau Flore Schmidt Eigentümerin des Hauses; sie ließ sich gern die „Eiserne Lady vom Rathausmarkt“ nennen. Sie vermachte das Gebäude testamentarisch der Stadt Schleswig, die es dem Altersheim zufügte.


Das Graukloster / Das Rathaus



Hier stand von ca. 1050 bis 1200 eine dänische Königspfalz. An ihrer Stelle wurde das Franziskanerkloster errichtet, das 1234 geweiht wurde. Die Mönche trugen graue Kutten, danach wurde die Einrichtung „Graukloster“ genannt – diese Bezeichnung trägt das Gebäude noch heute.

Nach der Reformation, etwa ab 1530, wurde das Kloster in ein städtisches Armenstift umgewandelt, das bis 1975 bestand. Es erfolgte ein grundlegender Umbau, viele Räume wurden dem Rathaus zugeschlagen. Im berühmten Ständesaal des Rathauses, das an der Stelle der Klosterkirche steht und 1793 fertig gestellt worden war, tagte von 1836 bis 1846 die Schleswigsche Ständeversammlung; von Oktober 1848 bis August 1849 die Schleswig-Holsteinische Landesversammlung und von 1879 bis 1904 der Schleswig-Holsteinische Provinziallandtag.


Marktstraße 14



Eine innerörtliche Bedeutung hat das Haus Marktstraße 14. Möglicherweise stand hier ein Flügel der dänischen Königspfalz, die von ca. 1050 bis 1200 existierte.

Für die jüngere Stadtgeschichte hat das Haus seine Bedeutung darin, dass sich hier fast 100 Jahre die Serringhausensche Buchdruckerei befand, die seit 1789 unter wechselnden Namen das „Schleswiger Intelligenzblatt“ herstellte – die Vorläuferin der „Schleswiger Nachrichten“. Der Begründer der Druckerei war der Buchdrucker Johann W. Serringhausen, der ursprünglich aus Lemgo stammte. Nach seinem Tode führte sein Sohn das Geschäft weiter, bis er es – vermutlich aus politischen Gründen – 1840 an den Buchdrucker Georg Jensen abtrat.

Dieser aber ließ es unter der preußischen Verwaltung 1882 eingehen. Das jetzige Gebäude wurde erst nach dem Ende der Druckerei aufgeführt.


Lange Straße 4



Das Haus Langestraße 4 steht auf geschichtsträchtigem Grund. Hieronymus Cypräus, Domschulrektor von 1552 bis 1555 und „Vater der Stadtgeschichtsschreibung“, notiert: „Die Geburtsstätte des Heiligen Ansverus lag im Eckhaus an der linken Hand in der Langenstraße beim Eintritt in die Hundestraße.“

Hier wurde Ansverus im Jahre 1038 geboren. Schon als 15jähriger verließ er sein Elternhaus, wanderte nach Ratzeburg und trat in das dortige Benediktinerkloster St. Georg ein. Er wurde Mönch, Priester und Abt und hatte auch missionarische Erfolge bei den bis dahin heidnischen Lauenburgern. Aber im Sommer 1066 erhoben sich die Slawen gegen die Sachsen, am 15. Juli wurde Abt Ansverus mit seinen 18 Mönchen gefangen genommen, nach Einhaus gebracht und dort auf dem Rinsberg durch Steinigung getötet. So starb der Schleswiger Ansverus mit nur 28 Jahren den Märtyrertod.


Lange Straße 6



Das Haus Langestraße Nr. 6 ist das letzte, das von den einstigen älteren und vornehmen Patrizierhäusern übrig geblieben ist. Sein letzter Privateigentümer war der Sanitätsrat Dr. Hugo Hoffmeister, der das Haus seit 1914 besaß und mit seiner Familie bewohnte. Er starb Mitte der 50er Jahre, seine zweite Frau lebte noch bis 1976 dort. Dann ging das Haus in den Besitz der Stadt Schleswig über, die es als Senioren-Treffpunkt und als Kulturhaus benutzt.

Am Gebäude findet sich die Jahreszahl 1695 – sicherlich ist es nicht das Erbauungsjahr, denn sein Erbauer und erster Besitzer war Johann Adolph Becker, von 1633 bis zu seinem Tode 1658 Zweiter Bürgermeister. Als Hausbesitzer folgten einige Adlige, die am Herzogshof beschäftigt waren. 1796 wurde das Haus öffentlich verkauft und hatte zahlreiche bürgerliche Eigentümer.


Lange Straße 9



Eine der schönsten Barockfassaden zeigt das Haus Langestraße 9. Wie die Jahreszahl angibt, wurde es im Jahre 1735 errichtet, es hat Elemente des niederländischen Barockstils.

Das Haus war seit 1932 im Besitz des Schleswig-Holsteinischen Bauernverbandes, jetzt ist es Privateigentum. Das Hinterhaus wurde 1696, das Vorderhaus 1735 erbaut. Es handelt sich um einen Besitz der altschleswigschen Familien Arbo, die seit dem 17. Jh. in mehreren Linien auftritt und in Bürgerkreisen großen Einfluss hatte.

Der Erbauer des Vorderhauses war der Brauer Johann Jürgen Arbo, der seit 1723 Deputierter der Stadt war. Die lateinischen Inschriften, mit denen er sein Haus versah, deuten auf seine besondere Bildung hin. Nach seinem Tode gingen seine Grundstücke und Häuser in andere Hände über.


Lange Straße 10



Erwähnt sei auch das Haus Langestraße Nr. 10. Es gehörte seinerzeit dem Stadtchronisten Ulrich Petersen. Er lebte hier als vermögender Junggeselle. Eigentlich war er Advokat, brauchte aber seinen Beruf wegen des ererbten Vermögens nicht auszuüben. Hier verfasste er von etwa 1700 bis 1735 eine umfangreiche Stadtchronik, in die er alles schrieb, was ihm in und um Schleswig auffiel. So ist diese Chronik ein unschätzbares Dokument der Stadtgeschichte geworden. Die „Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte“ hat im Jahre 2006 den ersten Band dieser Stadtchronik, die vorher noch nie veröffentlicht worden war, obwohl jeder Stadthistoriker sich auf sie bezog, herausgebracht. Ulrich Petersen lebte von 1656 bis 1735.


Lange Straße 19



Von den historischen Häusern auf der Westseite der Langen Straße, zwischen Königstraße und Gallberg, sind lediglich vier Häuser erhalten geblieben. Eines von diesen ist das Haus Nr. 19.

Die Barockfassade wurde 1982 restauriert und nach Befund ergänzt Sie trägt eine Steintafel mit dem Text (deutsch): „Erhalte, o Herr, dieses Haus und segne alle, die darin wohnen, durch Jesus Christus. Amen.“ Darunter stehen die Buchstaben H. M. und G. M. mit zwei unterschiedlichen Wappen und der Jahreszahl 1574. Die Buchstaben deuten sicherlich auf den Bürgermeister Heinrich Berend Münden und seine Ehefrau Gesche hin. Sie wohnten seinerzeit hier und sind 1596 bzw. 1598 gestorben. Demnach könnten sie 1574 auch die Erbauer des Hauses gewesen sein – sonst ist darüber nichts bekannt.

Zu Anfang des 18. Jahrhunderts war Dr. Hinrich Hamelow der Hauseigentümer; Bürgermeister war er von 1694 bis 1724.


Das Freinssche Haus



Das Gebäude Gallberg 3, 1663 im holländischen Barockstil errichtet, trägt stadthistorisch zwei Bezeichnungen: das „Freinssche Haus“ und das „Bardenflethsche Stift“. Der Weinhändler Hans David Freins oder auch Freintzen war herzoglicher Kellermeister.

Er erwarb von Bürgermeister Jochim Pistorius (1628 - 1658) das Grundstück und erbaute darauf dieses prächtige Haus. Später gingen Haus und Grund an den Geheimrat und Kanzler des Obergerichtes Friedrich von Bardenfleth über. Nach seinem Tode schenkte seine Witwe im Jahre 1805 das Haus der Stadt „zum Andenken ihres Aufenthaltes und der Anwesenheit ihres verstorbenen Ehemannes“. So wurde das Gebäude einige Jahre als Armenstift genutzt; heute beherbergt es das Stadtbauamt.

Am rückwärtigen Eingang ist eine Skulptur zu sehen, die auf den Weinhändler hinweist: eine Hand, die einen Weinpokal hält.


Der Schmiedenhof



Der Schmieden-Hof, Gallberg 4, wurde von Amtsinspektor Joachim Schmieden (eigentlich Schmidt, 1628 - 1684) im Jahre 1662 aufgeführt. Schmieden war Kunstfreund; U. Petersen schreibt, er habe das Haus „mit allerlei Curiositäten an silber, gold, pretiosen, medaillen, schildereyen, orgeln und anderem“ ausgestattet, so dass eine ansehnliche Kunstkammer zusammenkam, die in Schleswig berühmt wurde.

Nach Schmiedens Tod wurde die Sammlung unter seine Erben verteilt, auch veräußert, Haus und Hof gingen in fremde Hände über. Einer der späteren Eigentümer war Landrat von Jügert, der den Besitz 1727 dadurch vergrößerte, dass er den „Kamphövenerschen Garten“ hinzukaufte, der bis ans Holmer Noor reichte. Im 20. Jh. bestand dort die Gärtnerei Lange.
Der Schmieden-Hof ist heute in städtischem Besitz.




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