2016 Geschichtlicher Rundgang - Schleswiger Stadtgeschichte

Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte e. V.
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2016 Geschichtlicher Rundgang


 
Höfe im Lollfuß

 
Diese Ankündigung der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte machte viele Menschen neugierig, und so konnte Klaus Nielsky am 27.10.2016 eine stattliche Anzahl Besucher im Amtsgericht begrüßen.
 
Das Amtsgericht, der ehemalige Heespen-Hof aus dem Jahr 1753, war dann auch die erste Station. Die Hausherren, Frau Dr. Bracker und Herr Schulze, führten uns durch den historischen Teil des Barockgebäudes, dessen Nutzung sich im 19. Jahrhundert vom Wohnhaus zu einem Gerichtsgebäude änderte. In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde das Gebäude den neuen Bedingungen durch umfangreiche Um- und Erweiterungsbauten angepasst. Heute befindet sich neben dem Amtsgericht auch das Zentrale Mahngericht für ganz Schleswig-Holstein in diesem Hause. Abschließend wies Frau Dr. Bracker darauf hin, dass neben den gerichtlichen Prozessen auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden, zu denen jedermann gerne eingeladen ist.
 
Als zweites Objekt stand der Tychen-Hof, Lollfuß 63, auf dem Programm. Familie Ripka, seit über 50 Jahren Eigentümer dieses Gebäudes aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, hatte uns die Tür geöffnet, und wir konnten die alte Eingangshalle mit Treppenhaus bewundern. Nach einer kurzen Einführung durch Astrid Bothmann schilderte Günter Ripka, was er seinerzeit vorgefunden hat, alte Fenster, Haustür, Maschinen der Schlachterei August Dehn. Ein solch altes Gebäude erfordert viel Idealismus und Einsatz, um die alte Bausubstanz zu erhalten, aber gleichzeitig auch zu modernisieren. So wurden z. B. Decken abgehängt, das Treppengeländer umkleidet oder die Haustür renoviert, was sich besonders schwierig gestaltete. Heute befinden sich in dem Gebäude mehrere Wohnungen und Gewerberäume.
 
Als letzter Hof stand der ehemalige Brockdorffsche Hof, Lollfuß 76, an. Aufgrund der bereits eingesetzten Dunkelheit konnte das Gebäude nicht mehr von außen besichtigt werden, und so gab Astrid Bothmann noch eine kurzen Abriss über die Geschichte und vielseitige Nutzung des Gebäudes vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Bedeutendster Eigentümer war zu Beginn des 19.Jahrhunderts der Arzt Carl Ferdinand Suadicani, der erstmals im deutschsprachigen Raum psychisch Kranke therapierte.
 
In seinem Schlusswort dankte Klaus Nielsky allen Erschienen für ihr Kommen und und stellte in Aussicht, weiterhin ähnliche Veranstaltungen durch die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte anzubieten.

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